Einige der bedeutendsten Kunstmuseen der Welt haben sich beim neuen Projekt des Internetkonzerns Google beteiligt. Kunstwerke berühmter Maler sind beim Art Project von Google vom heimischen PC aus zu besichtigen. Höchste Auflösungen machen den Museumsbesuch vom Sofa aus zum beeindruckenden Erlebnis. Nicht alle angefragten Museen beteiligten sich an Googles Projekt, einige standen der Idee skeptisch gegenüber. Letztendlich waren jedoch 17 Kunstmuseen von der Vision überzeugt und beteiligten sich zum Projektstart am 1. Februar 2011.
Museen des Google Art Projects
So kamen über 1.000 Kunstwerke von 486 Künstlern zusammen. Aus Deutschland nehmen die Alte Nationalgalerie und die Gemäldegalerie in Berlin teil. Außerdem dabei sind die Eremitage in St. Petersburg, die Free Galery of Art in Washington, das Museum Kampa in Prag, die National Gallery und das Tate Britain in London. Aus New York beteiligen sich gleich drei Museen: Das Museum of Modern Art, das Metropolitan Museum of Art und die Frick Collection. Weiterhin werden Bilder aus dem Museo Reina Sofia und dem Museo Thyssen-Bornemisza in Madrid, dem Rijksmuseum und dem Van Gogh Museum Amsterdam, der Uffizien in Florenz, der Tretjakow-Galerie in Moskau und aus dem Schloss Versailles gezeigt.
Umfangreicher Service
Alle im Art Project von Google gezeigten Bilder wurden abfotografiert. Einen Großteil des Datenbestands lieferten die Museen selbst, doch aus jedem Haus machten Mitarbeiter von Google Bilder von mindestens einem Gemälde in einer Auflösung von 7 Millionen Pixeln. Diese enorm hohe Auflösung ermöglicht es den Betrachtern, das Gemälde über einen Zoom zu betrachten, bis Pinselstriche und Feinheiten im Gemälde deutlich sichtbar werden. Die schon für Street View verwendete Technologie der 360-Grad Panoramaaufnahmen bietet einen gelungenen Überblick über den Bestand der Kunsthäuser. Besucher erleben die Museen an ihrem Computer wie bei einem echten Rundgang. Um neben den Gemälden auch Informationen zu vermitteln, klappen neben dem Bild Infoboxen auf, die Entstehungsgeschichte des Werkes und Informationen zum Künstler offenbaren. Hierzu wurden die Informationstafeln der Museen übernommen und teilweise erweitert. Anders als in einem Kunstband ist das Art Project von Google ein aktives Projekt, das dem User einen realistischen Eindruck der Gemälde vermitteln kann.
Ein Blick in die Zukunft
Obwohl zum Projektstart bei Kritikern und Museen noch Zweifel bestanden, ist inzwischen deutlich sichtbar, dass User das Angebot des Art Projects von Google gern annehmen. Auch anfänglich kritisch eingestellte Museen bekunden mittlerweile ein Interesse an der Projektteilnahme und so bleibt zu hoffen, dass Kunstschätze wie die des Louvre, bald auch im Art Project gezeigt werden. Da der Aufwand mit einem Zeiteinsatz von zwei Nächten pro Museum für die Erstellung des 360-Grad Panoramarundgangs relativ gering ist und große Kunsthäuser häufig schon über einen digitalen Bestand ihrer Bilder verfügen, bleibt zu hoffen, dass sich das Art Project von Google noch deutlich vergrößert. Interessierte können so schon vor einem Besuch im Museum herausfinden, welche Kunstwerke sie genauer betrachten wollen und was sie in den Räumlichkeiten erwartet. Für Museen ist das Projekt eine kostenlose Werbung und auch Google wird durch die Klickzahlen wahrscheinlich zum Vorreiter in diesem Bereich.
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